Edling – Sieg oder Niederlage, Triumpf oder Enttäuschung: Im Profisport entscheiden darüber oft nur Hundertstelsekunden. Hinter der Höchstleistung der Athletinnen und Athleten steht nicht nur deren Training, sondern auch die Arbeit eines Menschen, der selten wahrgenommen wird: der Physiotherapeut.
In Shanghai hat Corox-Physio Martin Rott WM-Luft geschnuppert und die Deutsche Nationalmannschaft im Bahnradsport (Kurzzeitbereich) betreut – nah dran an den Sportlerinnen und Sportlern und deren Erfolgen.
Physio Martin bei der Bahnrad-WM in Shanghai: „Eine sehr schöne Erfahrung“
„Meine Hauptarbeit habe ich im Trainingsblock vor der WM in Frankfurt (Oder) geleistet“, erklärt Martin. „Dort war ich im Training dabei, habe bei Bedarf vorbehandelt, getaped und die Versorgung hergerichtet. Den Großteil der Zeit habe ich behandelt – das fand nachmittags nach der täglichen Trainingseinheit statt.“
Im Wettkampf sah sein Tag als Physiotherapeut ein wenig anders aus. „In Shanghai bin ich meistens gegen sieben Uhr aufgestanden – je nachdem natürlich, wann ein Wettkampf begonnen hat. Im Velodrom war ich dann vor Ort – und neben der physiotherapeutischen Betreuung unter anderem auch für die Verpflegung zuständig. Ging alles gut und die Athleten kamen ins Finale, bin ich gegen 21 Uhr wieder ins Hotel zurückgekommen. Dort stand dann die physiotherapeutische Vorbereitung der Sportler an, die am nächsten Tag einen Wettkampf gefahren sind.“
In Shanghai durfte Martin gleich vier Erfolge mit den Athletinnen und Athleten feiern: Gold für Pauline Grabosch im 1000-Meter-Zeitfahren, Silber für Lea Sophie Friedrich und Maximilian Dörnbach im Keirin sowie Bronze im Teamsprint der Frauen.
„Die erste Medaille, die ich live mitbekommen habe, war die im Teamsprint – das war einfach klasse. Ich habe mich riesig gefreut für die drei, weil ich wusste, wie nervös sie waren. Dass Max ins Finale gekommen ist und sich dort die Silber-Medaille gesichert hat, war ein Riesen-Erfolg. Da habe ich dann auch meine Stimme verloren. Insgesamt waren alle Medaillen eine sehr schöne und große Erfahrung“, blickt Martin zurück.
Als Physiotherapeut im Team der Nationalmannschaft ist Martin seit Januar 2026 – und übernimmt die Aufgabe im Wechsel gemeinsam mit Carina Weiß. „Es war schon immer ein großer Traum, mit Profis zu arbeiten. Es macht großen Spaß!“, so Martin.
Text: Michelle Brey / Fotos: privat