Edling – Das Training läuft, die Bewegungen fühlen sich wieder gut an, die Kraft ist zurück – und trotzdem bleibt die entscheidende Frage nach einem Kreuzbandriss (und jeder anderen Verletzung): Kann der Körper einer Wettkampfsituation wieder vollends standhalten?

Hier setzt unser Return-to-Competition-Test (RTC) an. „Fit“ oder ein „gutes Gefühl“ sind nicht damit gleichzusetzen, dass ein Sportler bereit für den Wettkampf ist. Wir bewerten das anhand objektiver Daten aus verschiedenen Testverfahren und bringen den Athleten dabei an seine Belastungsgrenze. Die Basis dafür bilden neueste Technologien nach wissenschaftlichem Standard in Kombination mit einem geschulten Auge. Der RTC findet im Rahmen unseres Leistungs- und Bewegungsmonitorings (LBM) statt.

Return to Competition als finale Testung einer Kreuzband-Reha

Im Lauf einer Kreuzband-Reha setzen wir verschiedene Testungen (Verlaufstestungen) ein, um die aktuelle Belastbarkeit zu beurteilen und daraus den nächsten Reha-Schritt abzuleiten. Wir testen nicht primär im Hinblick auf eine Freigabe (Return to Activity, Return to Sport, Return to Play), sondern mit Hinblick auf den nächsten Belastungsreiz.

Bei einem RTC handelt es sich dann um eine finale Testung: der Sportler möchte wieder am Wettkampf in seiner Sportart teilnehmen. Hier schöpfen wir die gesamte Testbatterie aus.

Diese Tests kommen beim Return to Competition bei uns zum Einsatz

Die Testbatterie unseres RTC ist umfassend. Wir erhalten Erkenntnisse über verschiedene Kraftwerte, den Körperschwerpunkt, die Beinachse, die Ansteuerung der Muskulatur, Laufstil, Fußabdruck und vieles mehr. Die Dauer beträgt in etwa zwei Stunden. 

BIA-Messung (Bioelektrische Impedanzanalyse): Dabei handelt es sich um eine genaue Bestimmung der Körperzusammensetzung (Fett-, Muskel- und Wassermasse). Im Verlauf einer Reha können wir anhand regelmäßiger Messungen beurteilen: wie ernährt sich der Sportler, wo sind Optimierungen möglich? Das Ergebnis der BIA-Messung ist nicht ausschlaggebend, um einen RTC zu bestehen. 

Haltungs-Analyse: Der Athlet führt auf einer Kraftmessplatte einen Beidbein- und Einbeinstand aus, geht in Kniebeuge, Ausfallschritte und die Bridging-Position.

Counter-Movement-Jump (CMJ): Ausgangsposition für den Athleten ist der aufrechte Stand auf einer Kraftmessplatte. Er geht zügig in eine kurze Abwärtsbewegung und springt anschließend so explosiv und maximal wie möglich senkrecht nach oben. 

Drop-Jump: Der Athlet spring aus erhöhter Position auf die Kraftmessplatte und führt einen explosiven Absprung nach oben – mit möglich kurzer Bodenkontaktzeit – aus.

Gang- und Laufanalyse: Vom entspannten Gehen (4,5km/h) gehen wir über in ein erhöhtes Lauftempo. Durch die auf dem Laufband eingebaute zebris-Druckmessplatte erhalten wir den Fußabdruck des Sportlers (im Stand als auch unter Belastung). 

Isokinet: Wir messen die Maximalkraft und die Kraftausdauer und können mögliche Kraftdefizite im Seitenvergleich feststellen. Werte gleich oder kleiner zehn Prozent sind das vorgegebene Richtmaß für einen Return-to-Competition-Test.

Y-Balance-Test: Der Sportler steht einbeinig barfuß auf einem zentralen Element und schiebt mit dem Spielbein nacheinander ein kleines Element in drei Richtungen möglichst weit von sich weg (nach vorne, nach hinten-innen, nach hinten-außen). 

Skillcourt-Tests:

  • Single-Leg-Hops nach vorne und zur Seite. 
  • Präzise und schnell Single-Leg-Hops seitlich über eine Distanz von 20cm auf Zeit. 
  • Random Run mit und ohne Ball (sportartspezifisch): Ablaufen von Feldern über eine Distanz zwischen 50 und 200 Metern. 
  • Random Run mit simuliertem Körperkontakt. Hierzu nutzen wir einen Peziball.
  • Random Run mit Zahlenmerken in ermüdeten Zustand.

Wann gilt ein Return-to-Competition-Test als bestanden?

Nach der Durchführung aller Tests werten wir die Ergebnisse aus. Um die Freigabe für den uneingeschränkten Wettkampfsport zu erhalten, muss ein Athlet nach einer Verletzung alle standardisierten Kriterien der sportspezifischen Testbatterie erfüllen. 

Entscheidend ist die Gesamtbetrachtung. Geringfügige Abweichungen von einem einzelnen Zielwert (etwa elf statt zehn Prozent Defizit am Isokineten) bewerten wir im Gesamtkontext nicht über, sofern alle anderen Tests einwandfrei waren. 

Die Ergebnisse besprechen wir intern. Wurde die Reha im Corox-Institut gemacht, ziehen wir die Physio- und Sporttherapeuten hinzu, die mit dem Sportler gearbeitet haben. Am Ende erklären wir die Ergebnisse dem Athleten. 

Was, wenn ein Athlet nicht alle Kriterien erfüllt?

Absolviert ein Athlet die Reha im Corox-Institut, gehen wir auf Defizite in Physio- und Sporttherapie gezielt ein. Ein Return-to-Competition-Test kann wiederholt werden. Für Athleten, die speziell für einen Return-to-Competition zu uns kommen und im Anschluss beispielsweise zu ihrem Verein zurückkehren, erstellen wir ein ausführliches Reporting und Empfehlungen für ein Training der Defizite. 

Wer kann einen Return-to-Competition-Test bei uns machen?

Einen Return-to-Competition-Test kann jeder Sportler bei uns machen, auch, wenn dieser seine Reha nicht bei uns im Institut absolviert hat. Ein RTC beschränkt sich nicht ausschließlich auf Kreuzband-Verletzungen. Auch nach Sprunggelenks-/Schulter- oder anderen Knieverletzungen lässt sich die Testbatterie durchführen.

Bei einem RTC handelt es sich um eine Selbstzahlerleistung. Ein RTC kann nicht über ein Rezept verrechnet werden. Anfragen können an hello@corox.de geschickt werden. Unser Team meldet sich so schnell wie möglich zurück. 

Text und Fotos: Michelle Brey